Olga vom Lonautal und Klette vom Krähenbusch

Montag, 10. März 2008

Olga vom Lonautal (Lilly) ist verletzt...

Hier habe ich nicht so schöne Nachrichten.

Lilly ist verletzt.

Lilly hat sich am vergangenen Samstag beim Schwimmen einen Dorn (4mm) in den Bulbus des rechten Auges gestochen. Wie das passierte, keine Ahnung. Ich hörte sie kurz aufqiemen. Sie kam dann sofort zu mir zurück. Beim näherkommen, konnte ich sehen, dass sie etwas taumelte. Wie sich später herausstellte, ausgelöst durch den Vagusreiz am Auge bzw. der Cornea.

Bei der ersten Inspektion des Auges am Samstagabend konnte ich nur eine leichte Cornealäsion im Bereich neben der linken Sehachse erkennen. Theoretisch nichts aufegendes und mit entsprechender Salbentherapie nach 1-2 Tagen wieder in Ordnung. Die Dicke der Cornea beträgt bei Hunden etwa 0,7 mm. Das ist deutlich stärker als bei einem Menschen. Den Fremdkörper konnte ich bei der Inspektion am Samstagabend nicht finden.

Den Dorn habe ich erst am Sonntag gegen Mittag gesehen, Beschwerden hatte sie jedoch bereits seit Samstag.
Ich war also gestern mit Lilly bei einem Fachtierarzt für Augenheilkunde in Nienburg.
Er hat in einer etwa 1 1/2 stündigen OP in Vollnarkose den Fremdkörper entfernt. Dieser hatte bereits zu einer Trübung der Linse und zu einer Infektion des inneren Auges geführt.
Aufgrund der Größe des Dorns musste die Cornea vollständig eröffnet werden.
Es wurde eine künstliche Linse eingesetzt.

Im Moment hoffe ich, dass sie ihr Auge aufgrund der zu erwartenden Augeninnenentzündung
(Endophthalmitis) behalten kann. Jedoch ist das derzeit noch fraglich. Aber ich habe Hoffnung.
Lilly hat hochdosiert Antibiose s.c. intraoperativ erhalten.

Die OP wurde mit Ketanest geführt. Eine Wirkung des Ketamins ist, dass der Bulbus (Glaskörper) in einer zentrierten Lage in der Augenhöhle stehen bleibt und nur einen geringen Nystagmus macht. Die Augen bleiben während der Narkoseführung mit Ketamin geöffnet, der Lidreflex setzt aus. Durch das Ketamin entsteht eine Miosis der Pupillen. Man kann so gut am Auge operieren. Gleichzeitig wirkt das Ketamin bei einer Dosierung bis 2 mg/kg KG analgetisch (Schmerzhemmend) und ab 2 mg/kg KG Hypnotisch. Also ein ideales Medikament.

Eine weitere positve Wirkung des Ketamin ist, dass die Pat. während der Narkose spontan, stabil atmen und Kreislaufstabil bleiben. Bei einer dem Gewicht und Alter angemessenen Dosierung versteht sich. So musste der Hund für die OP nicht intubiert werden.

Mit etwas Glück ist sie bis zur Prüfung wieder soweit genesen, um daran teilzunehmen.
Ich hoffe, dass die Vorbereitung zur JP somit nicht umsonst war, wenngleich mir die Gesundheit meiner Hündin wichtiger als alles andere ist. Auch wichtige
r als eine anstehende Prüfung.

Den behandelnden TA kann ich nur empfehlen. Ein sehr guter, behutsamer und gründlicher Arzt, zudem auch Jäger und Führer eines Kopov.
Bei Bedarf kann die Adresse bei mir erfragt werden.

Hier noch ein paar Bilder.






Ich halte euch auf dem Laufenden...